Wie laut ist eigentlich ein Großraumbüro – und wie hilft das richtige Headset gegen den Geräuschpegel?
Ein typisches Großraumbüro erreicht einen Geräuschpegel von 65 bis 75 Dezibel – das entspricht in etwa dem Lärmpegel eines belebten Restaurants oder einer stark befahrenen Straße. Wer in solchen Umgebungen konzentriert arbeiten oder telefonieren muss, kennt das Problem: Gespräche, Tastaturgeräusche und Klimaanlagen summieren sich zu einem dauerhaften Störpegel, der sowohl die Produktivität als auch die Kommunikationsqualität beeinträchtigt. Das richtige Headset kann diesen Lärm erheblich reduzieren – aber wie viel bringt es wirklich, und worauf kommt es beim Kauf an? Die folgenden Fragen geben konkrete Antworten.
Wie laut ist ein Großraumbüro im Durchschnitt?
Ein Großraumbüro hat im Durchschnitt einen Geräuschpegel zwischen 65 und 75 Dezibel. Zur Einordnung: Eine normale Unterhaltung liegt bei etwa 60 Dezibel, ein laufender Staubsauger bei rund 70 Dezibel. In Stoßzeiten – wenn viele Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig telefonieren oder Meetings stattfinden – kann der Pegel kurzzeitig sogar auf 80 Dezibel ansteigen.
Diese Werte entstehen durch das Zusammenspiel vieler einzelner Schallquellen: Telefongespräche, Tastaturen, Drucker, Klimaanlagen und der allgemeine Bewegungslärm von Menschen. Jede dieser Quellen ist für sich genommen kaum störend – zusammen erzeugen sie jedoch einen gleichmäßigen Hintergrundlärm, der den ganzen Arbeitstag anhält. Besonders problematisch ist dabei nicht die Lautstärke einzelner Geräusche, sondern die Dauerhaftigkeit des Pegels, an den sich das Gehirn ständig anpassen muss.
Ab wann wird Bürolärm zum Problem für die Konzentration?
Bürolärm beginnt die Konzentration messbar zu beeinträchtigen, wenn der Geräuschpegel dauerhaft über 55 Dezibel liegt. Ab diesem Schwellenwert steigt der kognitive Aufwand, um Informationen zu verarbeiten und Aufgaben fehlerfrei zu erledigen – besonders bei sprachbasierter Arbeit wie Telefonaten, dem Verfassen von Texten oder dem Lesen komplexer Inhalte.
Der entscheidende Faktor ist dabei nicht nur die absolute Lautstärke, sondern die Art des Lärms. Sprachgeräusche – also Gespräche von Kolleginnen und Kollegen – sind besonders störend, weil das Gehirn automatisch versucht, Sprache zu verarbeiten und zu verstehen. Dieser unbewusste Prozess bindet kognitive Ressourcen, die dann für die eigentliche Aufgabe fehlen. Monotone Hintergrundgeräusche wie Klimaanlagen oder gleichmäßiges Rauschen werden hingegen schneller ausgeblendet.
Für Mitarbeitende, die regelmäßig telefonieren oder an anspruchsvollen Aufgaben arbeiten, ist dauerhafter Bürolärm Konzentration ein ernstes Thema. Studien aus dem Bereich Arbeitspsychologie zeigen, dass Lärm im Büro zu erhöhtem Stresslevel, häufigeren Fehlern und sinkender Arbeitszufriedenheit führt – Effekte, die sich direkt auf die Unternehmensproduktivität auswirken.
Was ist der Unterschied zwischen Active Noise Cancelling und Passive Noise Isolation?
Active Noise Cancelling (ANC) und Passive Noise Isolation sind zwei grundlegend verschiedene Ansätze zur Lärmreduktion. Passive Noise Isolation blockiert Schall rein physisch durch das Material und die Bauform des Headsets. Active Noise Cancelling nutzt Mikrofone und Elektronik, um Umgebungsgeräusche aktiv zu analysieren und mit einem Gegensignal zu neutralisieren.
Passive Noise Isolation: Physikalische Abschirmung
Passive Isolation funktioniert durch die Abdichtung des Ohrs – entweder über Over-Ear-Polster, die das Ohr vollständig umschließen, oder In-Ear-Aufsätze, die den Gehörgang abdichten. Diese Methode ist besonders wirksam bei hochfrequenten Geräuschen wie Stimmen oder Tastaturgeräuschen. Sie benötigt keine Stromversorgung und funktioniert zuverlässig ohne Elektronik.
Active Noise Cancelling: Elektronische Gegenphasigkeit
Ein Active Noise Cancelling Headset erfasst über integrierte Mikrofone den Umgebungslärm und erzeugt ein exakt gegenphasiges Audiosignal, das den eingehenden Schall auslöscht – ein Verfahren, das als destruktive Interferenz bezeichnet wird. ANC ist besonders wirksam bei gleichmäßigen, tieffrequenten Dauergeräuschen wie dem Brummen von Klimaanlagen, Lüftungssystemen oder Fahrzeugen. Bei unregelmäßigen oder hochfrequenten Geräuschen wie plötzlichen Ausrufen ist ANC weniger effektiv als passive Abschirmung.
Im Großraumbüro ergänzen sich beide Technologien ideal: Ein hochwertiges Headset fürs Büro kombiniert in der Regel passive Isolation durch geschlossene Ohrmuscheln mit aktiver Geräuschunterdrückung für maximale Wirkung.
Welche Headset-Eigenschaften sind im Großraumbüro besonders wichtig?
Im Großraumbüro sind neben der Geräuschunterdrückung vor allem die Mikrofonqualität, der Tragekomfort bei langer Nutzung und die Kompatibilität mit der vorhandenen Kommunikationsinfrastruktur entscheidend. Ein Headset für laute Umgebung muss nicht nur den Träger schützen, sondern auch sicherstellen, dass Gesprächspartner ein klares, störungsfreies Audiosignal empfangen.
Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:
- Mikrofon mit Geräuschunterdrückung: Ein Mikrofon mit Noise Cancelling filtert Umgebungsgeräusche heraus, bevor das Signal übertragen wird. Für professionelle Telefonate ist das unverzichtbar.
- Geschlossene Bauform: Over-Ear-Headsets mit geschlossenen Ohrmuscheln bieten deutlich mehr passive Isolation als offene oder On-Ear-Modelle.
- Tragekomfort: Im Büroalltag werden Headsets oft viele Stunden am Stück getragen. Gewicht, Polsterung und Anpassbarkeit des Bügels sind daher keine Nebensache.
- Konnektivität: USB, Bluetooth oder DECT – die Verbindungsart muss zur vorhandenen Telefonanlage oder zum Softphone passen.
- Sidetone-Funktion: Diese Funktion gibt die eigene Stimme leise ins Headset zurück, sodass Nutzende ihre Lautstärke natürlich regulieren können, ohne zu schreien.
Wie viel Lärm kann ein gutes Headset im Büro tatsächlich reduzieren?
Ein hochwertiges Headset mit kombinierter passiver und aktiver Geräuschunterdrückung kann den wahrgenommenen Geräuschpegel im Büro um 20 bis 35 Dezibel reduzieren. Das entspricht einer deutlich spürbaren Verbesserung – aus einem lauten Großraumbüro mit 70 Dezibel wird subjektiv eine ruhigere Arbeitsumgebung mit 35 bis 50 Dezibel.
Dabei ist zu beachten, dass Dezibel auf einer logarithmischen Skala gemessen werden. Eine Reduktion um 10 Dezibel wird vom menschlichen Gehör als etwa halbierte Lautstärke wahrgenommen. Eine Reduktion um 20 bis 35 Dezibel ist also nicht nur messbar, sondern auch im Alltag klar spürbar.
Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch stark von der Art des Lärms ab. Gleichmäßige Hintergrundgeräusche werden am effektivsten reduziert. Plötzliche, hohe oder unregelmäßige Geräusche – wie ein lautes Lachen direkt neben dem Arbeitsplatz – lassen sich auch mit dem besten Headset nicht vollständig eliminieren. Für die Mikrofonseite gilt: Ein gutes Noise-Cancelling-Mikrofon kann dafür sorgen, dass der Gesprächspartner am anderen Ende kaum etwas vom Umgebungslärm mitbekommt – selbst wenn der Sprecher in einem lauten Umfeld sitzt.
Wann reicht ein Headset allein nicht aus – und was hilft zusätzlich?
Ein Headset allein reicht nicht aus, wenn der Lärmpegel extrem hoch ist, wenn die Arbeit gleichzeitig Hören und Sprechen ohne Headset erfordert, oder wenn der Lärm physisch belastend wirkt. Ab einem dauerhaften Pegel von über 80 Dezibel stoßen auch hochwertige Headsets an ihre Grenzen – und es sind zusätzliche Maßnahmen zum Lärmschutz im Büro notwendig.
Folgende ergänzende Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt:
- Akustische Raumgestaltung: Schallabsorbierende Decken- und Wandpaneele, Teppichböden und Akustiktrennwände können den Grundpegel im Raum senken, bevor das Headset überhaupt gebraucht wird.
- Ruhezonen und Telefonkabinen: Separate Bereiche für konzentriertes Arbeiten oder Telefonate entlasten den Großraum und reduzieren den Gesamtlärm.
- Verhaltensregeln im Team: Klare Absprachen über Lautstärke, Telefonverhalten und Meetingzeiten wirken oft unterschätzt, aber effektiv.
- Kommunikationssoftware mit Lärmsuppression: Moderne UCC-Plattformen (Unified Communications and Collaboration) bieten softwarebasierte Geräuschunterdrückung, die zusätzlich zur Hardware-Lösung des Headsets wirkt.
Gerade für Unternehmen, in denen viele Mitarbeitende gleichzeitig telefonieren, lohnt sich ein ganzheitlicher Ansatz: Die Kombination aus guter Raumakustik, professionellen Headsets und einer leistungsfähigen Kommunikationslösung liefert die besten Ergebnisse.
Wie AGFEO bei Kommunikation im Großraumbüro unterstützt
Als Hersteller und Vollsortimenter mit mehr als 75 Jahren Erfahrung in der Telekommunikation wissen wir, wie wichtig klare Kommunikation auch in lauten Umgebungen ist. Wir bieten Unternehmen eine aufeinander abgestimmte Lösung aus Headsets, Telefonen und Telefonanlagen – entwickelt und produziert in Bielefeld, Made in Germany.
Was wir konkret anbieten:
- Professionelle Headsets für den Büroalltag, abgestimmt auf unsere Telefonanlagen und das AGFEO Dashboard als UCC-Software
- Telefonanlagen für KMU – als Cloud-Lösung (HyperFonie), als virtuelle Anlage (HyperVoice) oder als lokale Installation der ES-Serie – skalierbar von 3 bis 250 Benutzern
- Softwarebasierte Geräuschunterdrückung über das AGFEO Dashboard, das Telefonate, Chats und Videokonferenzen in einer Oberfläche vereint
- Beratung und Installation durch zertifizierte Fachhändler – kein Selbstinstallationsversprechen, sondern professionelle Einrichtung für zuverlässigen Betrieb
- DSGVO-konforme Infrastruktur mit Serverstandort in Deutschland – Datensouveränität ohne Kompromisse
Ob Sie eine neue Kommunikationslösung planen oder Ihre bestehende IP-Anage optimieren möchten – wir helfen Ihnen dabei, die richtige Kombination aus Hardware und Software für Ihr Büro zu finden. Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich unverbindlich beraten.
Ähnliche Artikel
- Warum bricht meine Telefonverbindung im Büro ständig ab, seit wir auf Internet-Telefonie umgestellt haben?
- Was ist eine Hybrid Telefonanlage?
- Wie oft werden Cloud-Telefonie-Systeme aktualisiert?
- Ab welcher Mitarbeiterzahl lohnt sich Cloud-Telefonie?
- Welche Telefonanlage eignet sich am besten für Büros 2026?