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Wie plant man die DECT-Ausleuchtung in einem Unternehmen?

Die DECT-Ausleuchtung in einem Unternehmen plant man, indem man zunächst Gebäudegröße, Grundrisse und Nutzerzahl analysiert, daraus den Bedarf an Basisstationen ableitet und anschließend eine Funkfeldmessung durchführt. Für die meisten Bürogebäude gilt: Pro Basisstation sind im Innenbereich etwa 30 bis 50 Meter Reichweite realistisch, abhängig von Bausubstanz und Störquellen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Planungsfragen rund um DECT-Funkversorgung, Basisstationsplatzierung und häufige Fehlerquellen.

Wie viele DECT-Basisstationen braucht ein Unternehmen?

Die Anzahl der benötigten DECT-Basisstationen hängt von der Nutzfläche, der Gebäudestruktur und der Zahl gleichzeitiger Gespräche ab. Als Faustregel gilt: Eine Basisstation versorgt im Innenbereich eine Fläche von etwa 1.000 bis 3.000 Quadratmetern, wobei Betonwände, Stahlträger und andere Hindernisse diese Werte deutlich reduzieren können. Für ein mittelständisches Unternehmen mit mehreren Etagen sind häufig drei bis zehn Basisstationen notwendig.

Neben der Fläche spielt die Gesprächslast eine entscheidende Rolle. Eine Standard-DECT-Basisstation unterstützt in der Regel bis zu acht gleichzeitige Gespräche. Wer also in Stoßzeiten mit zwanzig parallelen Anrufen rechnet, braucht mindestens drei Basisstationen allein aus Kapazitätsgründen, unabhängig von der Reichweite. Beide Faktoren, Fläche und Kapazität, müssen bei der DECT-Planung gemeinsam bewertet werden.

Welche Faktoren beeinflussen die DECT-Reichweite in Gebäuden?

Die DECT-Reichweite in Gebäuden wird vor allem durch Baumaterialien, Gebäudegeometrie und elektromagnetische Störquellen beeinflusst. Stahlbeton, Brandschutzwände und metallbeschichtete Glasscheiben dämpfen das 1,9-GHz-Signal erheblich, während Holz- und Trockenbautrennwände kaum Verluste verursachen. Auch die Anzahl der Stockwerke und der Grundriss entscheiden darüber, wie viele Basisstationen tatsächlich benötigt werden.

Konkrete Einflussfaktoren im Überblick:

  • Wandmaterialien: Stahlbeton und Ziegel dämpfen das Signal stark, Gipskarton kaum
  • Decken und Böden: Mehrgeschossige Gebäude erfordern pro Etage eigene Basisstationen
  • Metallische Einbauten: Serverracks, Aufzugsschächte und Stahlregale erzeugen Abschirmzonen
  • Störquellen: WLAN-Accesspoints, Mikrowellengeräte und andere Funksysteme können Interferenzen verursachen
  • Gebäudegeometrie: Lange Flure, Winkelbauten oder Kellerräume erfordern besondere Berücksichtigung

Gerade in älteren Industriegebäuden oder historischen Bestandsbauten unterschätzen viele Planer den Einfluss der Bausubstanz. Eine realistische DECT-Funkversorgung lässt sich ohne Vor-Ort-Messung kaum verlässlich kalkulieren.

Wie führt man eine DECT-Ausleuchtungsmessung durch?

Eine DECT-Ausleuchtungsmessung erfolgt mit einem Signalstärkemessgerät oder einem DECT-Handgerät mit Diagnosefunktion, das an verschiedenen Standorten im Gebäude die Empfangsstärke protokolliert. Ergebnis ist eine Heatmap, die zeigt, welche Bereiche gut versorgt sind und wo Funklöcher bestehen. Diese Messung sollte vor der finalen Basisstationsinstallation durchgeführt werden.

Vorbereitung der Messung

Vor der eigentlichen Messung empfiehlt es sich, den Gebäudegrundriss digital vorzubereiten und alle bekannten Störquellen einzutragen. Provisorisch aufgestellte Testbasisstationen helfen dabei, die geplante Positionierung bereits vorab zu validieren. Zertifizierte Fachhändler nutzen hierfür spezialisierte Planungstools, die auf Basis von Grundrissen eine erste Versorgungsschätzung liefern.

Durchführung und Auswertung

Die eigentliche Messung erfolgt in einem systematischen Raster durch alle Gebäudebereiche, inklusive der Treppenhäuser, Serverräume und Sozialräume. Kritische Zonen wie Empfangsbereiche oder Produktionshallen werden dabei besonders sorgfältig geprüft. Die Messergebnisse fließen direkt in die Entscheidung über Anzahl und Platzierung der Basisstationen ein und bilden die Grundlage für eine professionelle DECT-Planung.

Wo sollten DECT-Basisstationen im Gebäude platziert werden?

DECT-Basisstationen sollten zentral innerhalb der zu versorgenden Bereiche, möglichst an der Decke oder hoch an der Wand, platziert werden. Hindernisse wie Wände, Türen und Einbauten sollten zwischen Basisstation und Endgerät so weit wie möglich minimiert werden. Überlappungsbereiche von etwa 15 bis 20 Prozent zwischen benachbarten Basisstationen sind notwendig, damit Handover, also der nahtlose Wechsel beim Umhergehen, ohne Gesprächsunterbrechung funktioniert.

Folgende Grundsätze haben sich in der Praxis bewährt:

  • Montage an der Decke bevorzugen, da das Signal gleichmäßig nach unten abstrahlt
  • Keine Platzierung hinter Metallschränken, in Nischen oder in der Nähe von Aufzugsschächten
  • Ausreichend Überlappung zu benachbarten Basisstationen einplanen, um Handover-Zonen zu schaffen
  • Stromversorgung und Netzwerkanschluss frühzeitig in der Bauplanung berücksichtigen
  • Besondere Bereiche wie Tiefgaragen oder Keller separat bewerten und ggf. eigene Basisstationen einplanen

Was ist der Unterschied zwischen DECT-Sync und Multi-Cell-Betrieb?

DECT-Sync bezeichnet die Synchronisation mehrerer Basisstationen untereinander, sodass ein schnurlos telefonierendes Gerät beim Wechsel zwischen Basisstationen, dem sogenannten Handover, nahtlos verbunden bleibt. Multi-Cell-Betrieb ist der Oberbegriff für ein Funknetz aus mehreren synchronisierten Basisstationen, das sich wie eine einzige große Funkzelle verhält. Ohne Synchronisation würde ein Handover zu einem kurzen Gesprächsabbruch führen.

In der Praxis bedeutet das: Wer nur eine Basisstation betreibt, braucht weder Sync noch Multi-Cell. Sobald jedoch mehrere Basisstationen notwendig sind, zum Beispiel in einem Bürogebäude mit mehreren Etagen, muss die Synchronisation korrekt konfiguriert sein. Die Synchronisation kann über Funk erfolgen, sofern die Basisstationen sich gegenseitig empfangen, oder kabelgebunden über das Netzwerk, was in der Praxis stabiler und zuverlässiger ist. Eine professionelle Telefonanlage unterstützt beide Varianten und erleichtert die Konfiguration erheblich.

Welche Fehler sollte man bei der DECT-Planung vermeiden?

Die häufigsten Fehler bei der DECT-Planung sind eine zu geringe Anzahl an Basisstationen, fehlende Überlappungszonen und eine Unterschätzung der Gebäudedämpfung. Wer ausschließlich auf Herstellerangaben zur Reichweite vertraut, ohne eine Vor-Ort-Messung durchzuführen, riskiert Funklöcher in genau den Bereichen, in denen Mitarbeitende am häufigsten telefonieren.

Weitere typische Planungsfehler:

  • Keine Kapazitätsreserve: Nur für die aktuelle Nutzerzahl zu planen, ohne Wachstum einzukalkulieren, führt schnell zu Engpässen
  • Fehlende Handover-Zonen: Basisstationen zu weit voneinander entfernt aufzustellen unterbricht Gespräche beim Wechsel
  • Falsche Montagehöhe: Basisstationen zu niedrig oder hinter Hindernissen zu montieren reduziert die effektive Reichweite stark
  • Synchronisation vergessen: Mehrere Basisstationen ohne DECT-Sync zu betreiben verhindert reibungslosen Handover
  • Störquellen ignorieren: WLAN, Bluetooth und andere Funksysteme können die DECT-Funkversorgung beeinträchtigen

Gerade in Unternehmen mit komplexen Grundrissen oder besonderen baulichen Gegebenheiten empfiehlt sich die Beratung und Installation durch einen zertifizierten Fachhändler, der die Planung auf Basis einer echten Ausleuchtungsmessung vornimmt.

Wie AGFEO bei der DECT-Ausleuchtung unterstützt

Wir bei AGFEO bieten seit über 75 Jahren zuverlässige Telekommunikationslösungen für den B2B-Bereich und unterstützen Unternehmen mit einem vollständigen Ökosystem aus Telefonanlage, DECT-Basisstationen und Endgeräten, die aufeinander abgestimmt sind und gemeinsam funktionieren.

Konkret bedeutet das für die DECT-Planung in Ihrem Unternehmen:

  • Abgestimmtes DECT-Portfolio: Unsere DECT-Telefone und Basisstationen sind vollständig auf unsere Telefonanlagen abgestimmt, was Konfiguration und Inbetriebnahme deutlich vereinfacht
  • Multi-Cell-Unterstützung: Unsere Systeme unterstützen synchronisierten Multi-Cell-Betrieb für nahtlosen Handover in größeren Gebäuden
  • Skalierbarkeit: Unsere Lösungen sind skalierbar von 3 bis 250 Benutzern und wachsen mit Ihrem Unternehmen mit
  • Zertifizierter Fachhandel: Beratung, Ausleuchtungsmessung und professionelle Installation erfolgen durch unsere zertifizierten Fachhändler vor Ort
  • Made in Germany: Entwicklung und Produktion in Bielefeld, DSGVO-konform und datensouverän

Ob Neubau, Bestandsgebäude oder komplexer Industriestandort: Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich von einem unserer zertifizierten Fachhändler beraten. Gemeinsam planen wir eine DECT-Funkversorgung, die in Ihrem Unternehmen zuverlässig funktioniert.

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Niko Timm
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Veröffentlicht am:

22. Oktober 2026