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Wie lässt sich eine Lagerhalle zuverlässig mit DECT abdecken?

Eine Lagerhalle zuverlässig mit DECT abzudecken gelingt dann, wenn Basisstationen strategisch platziert, Hindernisse im Vorfeld analysiert und ausreichend Überlappungsbereiche eingeplant werden. Die DECT-Abdeckung in einer Lagerhalle unterscheidet sich grundlegend von der in einem Bürogebäude, weil Metallregale, Gabelstapler und wechselnde Lagergüter die Funkausbreitung erheblich beeinflussen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um DECT-Funk in der Lagerhalle, von der Reichweite bis zur richtigen Planung.

Welche Faktoren beeinflussen die DECT-Reichweite in einer Lagerhalle?

Die DECT-Reichweite in einer Lagerhalle wird vor allem durch metallische Hindernisse, die Hallenhöhe, bewegliche Objekte und elektromagnetische Störquellen begrenzt. Während DECT im Freifeld theoretisch bis zu 300 Meter überbrückt, sind in industriellen Umgebungen reale Reichweiten von 30 bis 80 Metern pro Basisstation realistischer. Die konkrete Dämpfung hängt von der Bebauung der Halle ab.

Folgende Faktoren spielen in der Praxis die größte Rolle:

  • Metallregale und Stahlträger: Metall reflektiert und absorbiert Funkwellen besonders stark. Dicht beladene Hochregale können die Reichweite auf wenige Meter reduzieren.
  • Lagergut und Verpackungsmaterial: Feuchte Waren, dichte Kartonagen oder Flüssigkeiten dämpfen das DECT-Signal erheblich stärker als trockene Schüttgüter.
  • Hallenhöhe und Grundfläche: In sehr hohen Hallen verteilt sich das Signal dreidimensional, was die horizontale Reichweite reduziert.
  • Bewegliche Hindernisse: Gabelstapler, LKW beim Be- und Entladen oder mobile Regalsysteme verändern die Funklandschaft dynamisch.
  • Störquellen: Frequenzkonkurrenz durch WLAN-Netze im 2,4-GHz-Bereich, Schweißgeräte oder Frequenzumrichter kann die DECT-Qualität beeinträchtigen, obwohl DECT im 1,9-GHz-Band arbeitet und grundsätzlich weniger anfällig ist.

Wer diese Faktoren kennt, kann die DECT-Ausleuchtung gezielt planen und spätere Funklöcher vermeiden.

Wie viele DECT-Basisstationen braucht eine Lagerhalle?

Als grobe Faustregel benötigt eine Lagerhalle pro 1.000 bis 2.000 Quadratmeter mindestens eine DECT-Basisstation, wobei stark möblierte oder metallintensive Umgebungen deutlich mehr erfordern. Entscheidend ist nicht die Grundfläche allein, sondern die tatsächliche Ausbreitung des Funksignals unter realen Bedingungen.

Für eine erste Schätzung empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Grundfläche ermitteln: Gesamtfläche der Halle in Quadratmetern erfassen, inklusive der Nebenbereiche wie Büros oder Sozialbereiche.
  2. Dämpfungsfaktoren einschätzen: Anzahl und Art der Regale, Deckenstruktur und Lagergut beeinflussen die effektive Reichweite pro Station.
  3. Überlappungsbereiche einplanen: Für nahtloses Roaming zwischen Basisstationen müssen Funkzellen mindestens 20 bis 30 Prozent überlappen, damit ein Mobilteil ohne Gesprächsunterbrechung zwischen Zellen wechseln kann.
  4. Gleichzeitige Gespräche berücksichtigen: Jede DECT-Basisstation unterstützt eine begrenzte Anzahl gleichzeitiger Verbindungen. Bei größeren Teams muss die Kapazität entsprechend ausgelegt werden.

In der Praxis zeigt sich, dass eine professionelle Messung vor der Installation zuverlässigere Ergebnisse liefert als reine Flächenrechnungen. Zertifizierte Fachhändler führen solche Messungen durch und vermeiden kostspielige Nachbesserungen.

Was ist der Unterschied zwischen DECT-Repeatern und zusätzlichen Basisstationen?

Ein DECT-Repeater verstärkt das Signal einer bestehenden Basisstation und erweitert deren Reichweite, ohne eine eigene Verbindung zur Telefonanlage zu benötigen. Eine zusätzliche Basisstation hingegen ist direkt mit der Telefonanlage verbunden und schafft eine eigenständige Funkzelle mit vollem Funktionsumfang, einschließlich Roaming und gleichzeitiger Gespräche.

DECT-Repeater: Einfach, aber begrenzt

Repeater sind kostengünstig und schnell installiert. Sie eignen sich für kleine Reichweitenlücken, etwa hinter einer Trennwand oder in einem abgelegenen Lagerbereich. Der Nachteil: Repeater halbieren in der Regel die verfügbare Bandbreite und können keine zusätzliche Gesprächskapazität bereitstellen. Außerdem ist Roaming über Repeater technisch aufwendiger und nicht immer nahtlos.

Zusätzliche Basisstationen: Skalierbar und leistungsstark

Wer eine große Lagerhalle mit mehreren Arbeitsbereichen ausstattet, kommt mit reinen Repeatern schnell an Grenzen. Zusätzliche Basisstationen, die über das IP-Netzwerk angebunden werden, bieten echtes Multicell-DECT mit nahtlosem Handover. Das bedeutet, ein Mitarbeiter kann sich durch die gesamte Halle bewegen, ohne dass das Gespräch abreißt. Für Lagerhallen ab etwa 500 Quadratmetern oder mit mehr als drei bis vier gleichzeitigen Nutzern ist dieser Ansatz in der Regel die bessere Wahl.

Wie plant man eine DECT-Ausleuchtung professionell?

Eine professionelle DECT-Ausleuchtung beginnt mit einer Standortanalyse, gefolgt von einer Funkmessung, der Berechnung der Basisstationspositionen und einer abschließenden Testphase nach der Installation. Wer diesen Prozess überspringt, riskiert Funklöcher an kritischen Arbeitsbereichen.

Die wichtigsten Schritte im Überblick:

  • Hallenplan erstellen: Grundriss mit Regalen, Toren, Büros und Stromanschlüssen dokumentieren.
  • Funkmessung durchführen: Mit speziellen DECT-Messgeräten oder Software wird die Signalstärke an verschiedenen Punkten gemessen. Besonders wichtig sind Bereiche mit Metallstrukturen oder wechselndem Lagergut.
  • Basisstationspositionen berechnen: Auf Basis der Messung werden optimale Montageorte festgelegt. Basisstationen sollten möglichst hoch montiert werden, um Hindernisse zu überwinden, aber nicht so hoch, dass das Signal durch die Deckenstruktur reflektiert wird.
  • Netzwerkinfrastruktur prüfen: IP-basierte DECT-Systeme benötigen LAN-Anschlüsse oder WLAN-Bridges an den Basisstationspositionen sowie ausreichend PoE-Ports (Power over Ethernet) am Switch.
  • Installation und Testphase: Nach der Montage werden alle Mobilteile auf Gesprächsqualität, Roaming-Verhalten und Reichweite geprüft, idealerweise unter realen Betriebsbedingungen mit beladenen Regalen.

Dieser Prozess wird am besten von einem zertifizierten Fachhändler begleitet, der Erfahrung mit industriellen Umgebungen mitbringt.

Welche DECT-Standards eignen sich für industrielle Umgebungen?

Für industrielle Umgebungen wie Lagerhallen eignen sich vor allem DECT-Systeme mit Multicell-Unterstützung und IP-basierter Anbindung, da sie nahtloses Roaming, hohe Gesprächskapazität und einfache Skalierbarkeit bieten. Der Standard DECT (1,9 GHz) selbst ist für industrielle Umgebungen grundsätzlich geeignet, da er weniger störanfällig ist als WLAN-basierte Lösungen im 2,4-GHz-Band.

Relevante Standards und Merkmale im Vergleich:

  • Standard-DECT (ETSI EN 300 175): Bewährte Grundlage für Sprachtelefonie, geringe Latenz, gute Koexistenz mit anderen Funksystemen.
  • IP-DECT (SIP over DECT): Verbindet DECT-Funkzellen über das IP-Netzwerk mit der Telefonanlage. Ermöglicht Multicell-Betrieb und ist der aktuelle Standard für professionelle Installationen.
  • DECT-ULE (Ultra Low Energy): Für Anwendungen mit sehr geringem Energiebedarf, etwa Sensoren oder Smart-Home-Geräte, aber nicht für Sprachtelefonie in der Lagerhalle konzipiert.
  • CAT-iq (Cordless Advanced Technology): Ermöglicht herstellerübergreifende Kompatibilität zwischen Basis und Mobilteil, relevant, wenn gemischte Geräteparks eingesetzt werden.

Für Lagerhallen ist IP-DECT mit Multicell-Fähigkeit die empfohlene Lösung. Sie lässt sich schrittweise erweitern, ohne die bestehende Infrastruktur zu ersetzen, und lässt sich nahtlos in moderne IP-Telefonanlagen integrieren.

Wann sollte man statt DECT auf WLAN-Telefonie in der Lagerhalle setzen?

WLAN-Telefonie ist dann sinnvoll, wenn bereits eine flächendeckende WLAN-Infrastruktur vorhanden ist, Mitarbeiter Multifunktionsgeräte wie Smartphones oder Barcode-Scanner mit Telefoniefunktion nutzen oder wenn eine sehr hohe Gerätedichte auf engem Raum benötigt wird. Für reine Sprachtelefonie bleibt DECT in den meisten Lagerhallen die robustere Wahl.

Vorteile von DECT gegenüber WLAN-Telefonie

DECT ist speziell für Sprachtelefonie optimiert und bietet eine deutlich geringere Latenz sowie eine stabilere Verbindung in Umgebungen mit vielen Metallstrukturen. Der 1,9-GHz-Frequenzbereich ist exklusiv für DECT reserviert, was Interferenzen mit anderen Funksystemen minimiert. Außerdem sind DECT-Mobilteile in der Regel robuster, haben eine längere Akkulaufzeit und sind einfacher zu bedienen als Smartphones mit Telefonie-App.

Wann WLAN-Telefonie überzeugt

Wenn Lagermitarbeiter ohnehin mit WLAN-fähigen Handscannern oder Tablets arbeiten und diese Geräte auch für Telefonate genutzt werden sollen, kann eine einheitliche WLAN-Infrastruktur wirtschaftlicher sein als ein paralleles DECT-Netz. Wichtig ist dabei, dass das WLAN-Netz für Sprachtelefonie ausgelegt ist: Quality of Service (QoS) mit DSCP-Tagging muss aktiviert sein, damit Sprachpakete priorisiert werden. Als Faustregel gilt: Mindestens 100 kbit/s pro gleichzeitigem Gespräch sollten als priorisierte Bandbreite reserviert werden. Ohne diese Konfiguration leidet die Sprachqualität erheblich, besonders wenn gleichzeitig Inventurdaten oder Lieferscheine übertragen werden.

In vielen Lagerhallen ist eine Kombination sinnvoll: DECT für dedizierte Sprachtelefonie und WLAN für Datenkommunikation und mobile Anwendungen.

Wie AGFEO bei der DECT-Abdeckung in der Lagerhalle unterstützt

Wir bei AGFEO bieten seit über 75 Jahren Telekommunikationslösungen, die speziell auf die Anforderungen von Unternehmen ausgelegt sind, darunter auch anspruchsvolle Umgebungen wie Lagerhallen und Produktionsstätten. Unsere Systeme sind in Deutschland entwickelt und gefertigt, DSGVO-konform und auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 250 Nutzern zugeschnitten.

Konkret unterstützen wir bei der DECT-Ausleuchtung in der Lagerhalle mit folgenden Leistungen:

  • IP-DECT-fähige Telefonanlagen: Unsere ES-Serie unterstützt Multicell-DECT mit nahtlosem Roaming und lässt sich flexibel um weitere Basisstationen erweitern.
  • Skalierbare Infrastruktur: Von einer einzelnen Basisstation bis zum vollständigen Multicell-Netz für große Lagerflächen, alles aus einer Hand.
  • Zertifizierter Fachhandel: Beratung, Funkmessung und Installation erfolgen durch zertifizierte Fachhändler, die Erfahrung mit industriellen Umgebungen mitbringen.
  • Integration in moderne Kommunikation: DECT-Mobilteile lassen sich nahtlos mit dem AGFEO Dashboard und weiteren UCC-Funktionen verbinden.
  • Made in Germany: Entwicklung und Produktion in Bielefeld, Server in Deutschland, keine Daten an Drittländer.

Möchten Sie wissen, wie viele Basisstationen Ihre Lagerhalle benötigt und welche Lösung zu Ihrem Unternehmen passt? Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich von einem unserer zertifizierten Fachhändler beraten.

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Niko Timm
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Veröffentlicht am:

8. Oktober 2026